Hörverlust durch Chemotherapie: Wirkstoff zeigt Schutzwirkung in Studie
Der Wirkstoff Bimokalner hat in einer Phase-2a-Studie das Gehör von Krebspatienten unter Cisplatin-Chemotherapie messbar geschützt. Ein zugelassenes Medikament gibt es aber noch nicht.
Das Chemotherapie-Medikament Cisplatin ist wirksam gegen verschiedene Krebsarten, schädigt aber häufig das Innenohr und kann bleibenden Hörverlust verursachen. Das Tübinger Unternehmen Acousia Therapeutics hat nun Ergebnisse seiner Phase-2a-Studie «ProHear» vorgestellt: Der Wirkstoff Bimokalner, der durch das Trommelfell ins Ohr gespritzt wird, reduzierte die Hörschwellen-Verschiebungen im Vergleich zu Placebo klinisch bedeutsam.
Untersucht wurden Hodenkrebs-Patienten, die mit Cisplatin behandelt wurden. Laut Bericht entwickelten über 90 Prozent der Teilnehmenden nach drei Chemotherapie-Zyklen eine Schädigung in mindestens einem Ohr, vor allem in den hohen Frequenzen. Genau dort setzte die Schutzwirkung an.
Einordnung: Für Betroffene ist das eine hoffnungsvolle, aber frühe Nachricht. Eine Phase-2a-Studie ist ein Zwischenschritt; bis zu einem zugelassenen Medikament braucht es weitere, grössere Studien und Partner für die Finanzierung. Wer eine Cisplatin-Therapie vor sich hat, sollte das Thema Hörschutz und regelmässige Hörtests direkt mit dem Behandlungsteam besprechen.
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