Misenso ist konkurs: Alle Filialen der früheren Migros-Tochter sind geschlossen
Die Optik- und Hörakustikkette Misenso hat am 10. Juli 2026 Konkurs angemeldet. Alle 18 Filialen sind zu, rund 140 Angestellte verlieren ihre Stelle. Was betroffene Kundinnen und Kunden jetzt wissen sollten.
Die Optik- und Hörakustikkette Misenso hat am 10. Juli 2026 Konkurs angemeldet. Alle 18 Filialen in der Schweiz sind seither geschlossen, Termine wurden ohne Vorwarnung abgesagt. Rund 140 Angestellte verlieren ihre Stelle. Die Muttergesellschaft, die österreichische Neuroth-Gruppe, begründet den Schritt mit der Überschuldung des Unternehmens: Misenso habe seit der Gründung nie schwarze Zahlen geschrieben.
Misenso war 2020 von der Migros gegründet worden und verkaufte Brillen und Hörgeräte in Fachgeschäften direkt in Migros-Supermärkten und Einkaufszentren. Nach einer schnellen Expansion auf 25 Standorte verkaufte die Migros die Kette im Juni 2024 an Neuroth. Bereits im Herbst 2025 schloss die neue Besitzerin 11 Filialen und baute 63 Stellen ab. Die Sanierung gelang nicht.
Für die Kundschaft ist die Lage unangenehm: Bezahlte Serviceverträge und Anzahlungen gelten im Konkursverfahren als Forderungen dritter Klasse, die Chancen auf Rückerstattung stehen laut dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» schlecht. Wichtig: Hörgeräte oder Brillen, die zur Reparatur in einer Filiale lagen, gehören weiterhin den Besitzerinnen und Besitzern und können beim zuständigen Konkursamt zurückgefordert werden. Mehrere Anbieter, darunter Fielmann und Audika, haben angekündigt, bestehende Misenso-Serviceleistungen kostenlos weiterzuführen; auch Neuroth bietet Hörakustik-Kunden individuelle Lösungen an.
Einordnung: Mit Misenso verschwindet die einzige grössere Kette, die in der Schweiz Optik und Hörakustik unter einem Dach im Supermarkt anbot. Die ganze Geschichte reicht von der Gründung 2020 über den Verkauf 2024 bis zum Konkurs 2026.
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