Verkehrslärm und Parkinson: Dänische Langzeitstudie findet Zusammenhang
Eine Kohortenstudie mit über 3,1 Millionen Menschen zeigt ein leicht erhöhtes Parkinson-Risiko bei höherer Verkehrslärmbelastung. Eine ruhige Gebäudeseite scheint zu schützen.
Dass Lärm nicht nur dem Gehör schadet, ist bekannt. Eine dänische Kohortenstudie im Fachjournal JAMA Neurology (online veröffentlicht am 20. Juli 2026) untersucht nun einen weiteren Zusammenhang: Ausgewertet wurden Daten von mehr als 3,1 Millionen Menschen ab 40 Jahren, die zu Beginn im Jahr 2000 keine Parkinson-Diagnose hatten. Bis 2017 erkrankten 20’587 von ihnen.
Die Forschenden berechneten aus der vollständigen Wohnhistorie die Lärmbelastung der vergangenen zehn Jahre, und zwar für die lauteste und die leiseste Gebäudeseite. Pro Anstieg um rund 11,5 Dezibel an der lautesten Seite stieg das Erkrankungsrisiko um etwa 3 Prozent. Auch an der ruhigsten Hausseite zeigte sich ein Effekt: rund 4 Prozent pro 8,9 Dezibel. Eine ruhige Seite, also mindestens zehn Dezibel leiser als die lauteste Fassade, schwächte den Zusammenhang ab. Die Zusammenhänge blieben unabhängig von Geschlecht, Einkommen, Bildung und Bevölkerungsdichte bestehen. Die Autoren rechneten unter anderem Luftverschmutzung, Grünflächen, Rauchen und Bewegung heraus.
Einordnung: Eine Beobachtungsstudie kann keine Ursache belegen, und die Risikoerhöhung pro Lärmstufe ist klein. Als mögliche Mechanismen nennen die Autoren gestörten Schlaf, anhaltende Stressreaktionen und Entzündungsprozesse. Für den Alltag bleibt die Empfehlung dieselbe wie beim Gehörschutz: Lärm reduzieren, wo es geht. Wer die Wahl hat, sollte Schlafräume auf der ruhigen Gebäudeseite einrichten.
Diese Kurzmeldung fasst öffentlich verfügbare Informationen in eigenen Worten zusammen und verlinkt die Originalquelle. Sie ersetzt keine medizinische oder fachliche Beratung. Angaben ohne Gewähr.