Demant schliesst audifon: Letzte grosse Hörgeräte-Produktion in Deutschland endet
Der Demant-Konzern schliesst das audifon-Werk in Kölleda per Ende Oktober 2026. Rund 130 Stellen fallen weg. Was die Werksschliessung über die Konsolidierung der Branche aussagt.
Der dänische Hörgeräte-Konzern Demant schliesst den Produktionsstandort von audifon im thüringischen Kölleda. Die Fertigung endet laut Bericht per 31. Oktober 2026, rund 130 Beschäftigte verlieren ihre Stelle. Die Mitarbeitenden wurden bereits im März 2026 informiert. Damit verschwindet der letzte grössere Hersteller, der Hörgeräte noch in Deutschland produzierte.
Bemerkenswert ist die Begründung: Es fehlte nicht an Aufträgen, sondern der Standort passt nicht mehr in die Konzernstrategie. audifon fertigte Hörsysteme vor allem für die Kette Kind, die Demant Ende 2025 übernommen hatte. Beim Kauf stand offenbar das Filialnetz im Vordergrund, nicht die Fertigung.
Einordnung: Die Schliessung zeigt exemplarisch, wie die Konsolidierung der Branche funktioniert. Wenige grosse Konzerne kaufen Ketten und Marken zu und bündeln danach Entwicklung und Produktion an zentralen Standorten. Für Trägerinnen und Träger von audifon-Geräten ändert sich kurzfristig nichts am Gerät selbst; die Meldung ist aber ein weiterer Hinweis darauf, dass hinter vielen Markennamen immer weniger eigenständige Hersteller stehen.
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